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Main-Post August 90

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Lokal-Sport-Zeitung der Main-Post Würzburg/Schweinfurt vom 07. August 1990 
Christian Wück gehört mit 17 dem Club-Kader an 
Teenager klopft ans Bundesliga-Tor

Arnstein-Gänheim - Sein Weg scheint unaufhaltsam nach oben zu führen. Von der DJK Gänheim wechselte er 1988 zum FC 05 Schweinfurt, 1989 ging er dann weiter zum "Club" nach Nürnberg. Und als Vertragsamateur hofft er dort, ab der neuen Saison so ab und zu schon mal Bundesligaluft zu schnuppern. Die rede ist von Christian Wück, 17 Jahre alt, der als zweiter Unterfranke neben Rainer Wirsching beim mittelfränkischen Traditionsverein Fuß zu fassen versucht. 

Der 1,80 Meter großen Außenstürmer war gerade mit dem Bundesligakader einschließlich Sportchef Arie Haan und Co-Trainer Dieter Renner zehn Tage lang in Südtirol, und weiß von dort eigentlich nur Positives zu berichten. ("es war alles optimal"). Dass er die ersten Tage als Neuling natürlich etwas nervös war ("da hab' ich den anderen immer nur zugehört"), konnte er trotzdem nicht leugnen. Doch von den Bundesligaprofis wurde er nach eigener Aussage bestens aufgenommen, speziell Jörg Dittwar ("er ist als erster auf mich zugekommen") hat ihm geholfen, sich in die Mannschaft zu integrieren. Was erwartet er von seiner ersten Saison als Vertragsamateur? Keine Frage, dass er schon von ein paar Kurzeinsätzen in der Profimannschaft träumt ("vielleicht sitze ich wenigstens mal auf der Bank"); sollte es dazu in dieser Saison noch nicht reichen, dann würde für Christian Wück die Welt dennoch nicht untergehen. Spielpraxis wird er auf jeden Fall sammeln, entweder bei den Club-Amateuren in der Landesliga, oder in der A-Jugend, für die er auch noch ein Jahr spielberechtigt wäre. 
Große Stücke hält er auf Dieter Lieberwirth, seinen Trainer in der Nürnberger A-Jugend. Hätte es ihn nicht gegeben, dann wäre Christian möglicherweise schon vor einem Jahr wieder zu seinem Heimatverein gewechselt, denn die fast tägliche Zugfahrt nach Nürnberg und zurück war für den Gänheimer auf die Dauer "ganz schöne stressig." Doch jetzt hat er eine Wohnung in Nürnberg, und nachdem er in diesen Tagen seine schulische Laufbahn mit der mittleren Reife beendete, kann er sich nun ganz auf seine kommende Laufbahn als Fußballer konzentrieren. Von einer möglichen Lehre als Datenverarbeitungskaufmann bei einer Nürnberger Eiscreme-Firma hat sich der Karl-Heinz-Rummenigge-Fan jedenfalls erst einmal zurückversetzen lassen. 
Spieler seines ehemaligen Lieblingsvereins Bayern München ("als kleiner Junge") hat er bei der Bayernauswahl als "ziemlich arrogant" kennengelernt, seitdem bevorzugt er den 1.FC Nürnberg. Doch auch die Münchner Bayern hatten sich wegen eines möglichen Wechsels bei ihm erkundigt, nachdem er sich von einem im Mai erlittenen Bänderriss wieder erholt hatte. Sogar von Eintracht Frankfurt kam ein Angebot, jedoch wollte der extrem torgefährliche Stürmer nicht ganz so weit von zuhause weg. Sicherlich wäre der Computer-Freak aufgrund seiner Torgefährlichkeit auch für den FC 05 Schweinfurt interessant gewesen, doch ein Wechsel zurück zum Neu-Zweitligisten ist für Christian kein Thema. Über die Höhe seines Gehalts ("man kann damit leben") will der 73kg schwere Linksfüßler verständlicherweise keine Auskunft geben; er betont aber, schon als Vertragsamateur eher Profi zu sein. 
In seiner spärlichen Freizeit hört Christian gerne Pop- und Rockmusik (Vater Herbert: "ziemlich laute Musik") Marke "Roxett" oder "Heart", in Wernecker Discos ist er deshalb selbstverständlich auch des öfteren zu finden. Wenn dann noch Zeit bleibt spielt er Tennis und Tischtennis, doch seine Liebe gehört eindeutig dem Fußball. 
Christian Wücks sportliches Ziel ist es, mit dem "Club" den UEFA-Cup zu erreichen, um so bald wie möglich seinen großen Traum Wirklichkeit werden zu lassen: Einmal im Mailänder San-Siro-Stadion spielen... Aber wie dem auch sein wird. Christian Wück ist ein Parade-Beispiel dafür, dass die Bundesliga-Vereine immer früher und intensiver Ausschau halten nach Talenten. Als 15 jähriger folgte der Gänheimer dem Lockruf des 1. FCN; nun, nur zwei Jahre später, stellen ihm seine Betreuer ein vielversprechendes Zeugnis aus. Sportchef Arie Haan: "Ich bin mit ihm sehr zufrieden, Christian ist eine Perspektive für die Zukunft." Und Co-Trainer Dieter Lieberwirth mein: "Er sucht den direkten Weg zum Tor, ist antrittsschnell. Nun müssen wir aber abwarten, wie er das harte Training wegsteckt."

Michael Horling

 

 


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