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Christian Wück Persönlich

Wie werde ich Fußballprofi

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Seit ich denken kann, spielte der Ball in meinem Leben eine ganz wichtige Rolle. Ich war kein Kind, dass mit Lego oder Playmobil, Autorennbahnen oder Eisenbahn spielte. Bei mir musste immer ein Ball in Reichweite sein. Mit 6 oder 7 Jahren fing ich an im Verein bei der DJK Gänheim Fußball zu spielen. Mein Bruder musste immer herhalten und mit mir Fußball spielen.. ob er wollte oder nicht. Meist wollte er aber auch, so dass wir uns in der Beziehung optimal ergänzten. Angefangen habe ich im Sturm. Mein erstes Tor gelang mir bei einem Spiel mit der C-Jugend der DJK Gänheim gegen die DJK Rieden. Wir gewannen in zweistelliger Höhe, aber mein Tor werde ich wohl nie vergessen, auch weil mein Vater mit dabei und ich stolz wie ein König war als ich mit ihm nach hause kam und meiner Mutter alles erzählte. Irgendwann wurde ich dann zum Libero umfunktioniert, was mich allerdings nicht daran hinderte weiter vorne Tore zu schießen. Es war eine sehr schöne und auch schon erfolgreiche Zeit damals und ich erinnere mich sehr gerne an die Zeit, an das Training, das einmal in der Woche, meistens Mittwochs, stattfand und natürlich an die Spiele, die sehr viel Spaß machten. Mit 14 kam ich dann in die B-Jugend. Da in Gänheim nicht genug Jugendliche zur Verfügung standen, wurde mit unseren 2 Nachbarorten zusammen eine B-Jugend gegründet. Wir starteten voll durch. Wurden auf Anhieb Meister und hatten eine wirklich klasse Meisterschaftsfeier.

Dann fing eigentlich meine "Karriere" an. Meine schulischen Leistungen im Celtis-Gymnasium in Schweinfurt liesen sehr zu wünschen übrig. Vor allem mit den Fremdsprachen Latein, Englisch stand ich auf Kriegsfuß. Leider verlor ich den Krieg.... denn als in der neunten Klasse auch noch Französisch auf den Stundenplan stehen sollte hatte ich die Schnauze voll, und nicht nur ich, sondern vor allen meine Eltern, die glaube ich mehr Bauchschmerzen ob meiner schulischen Leistungen hatten als ich. Um es kurz zu machen, ich wechselte die Schule. Und, so blöd es klingt, wenn das nicht passiert wäre, wäre ich vielleicht immer noch bei der DJK Gänheim in der Kreisklasse...
Die Wirtschaftsschule O.Pelzl in Schweinfurt hatte eine Fußball-Schulmannschaft, die an einem Turnier der Schweinfurter Schulen teilnahm. Und ausgerechnet da wurde ich "entdeckt". 2 Wochen nach dem Turnier bekam ich einen Anruf vom FC Schweinfurt 05. Ich wechselte 1987 zu der B-Jugend der 05er in die neugegründete Bayernliga. Kurze Zeit später, nach dem Spiel gegen den Ligakonkurrenten 1.FC Nürnberg (in dem ich eine Riesenchance vergab) hatten meine Eltern eine Überraschung für mich. Ich kam nach der Schule nach hause und wurde von meinen Eltern mit einem breiten Grinsen empfangen. Natürlich wollte ich wissen was denn los sei, doch so richtig wollten sie nicht mit der Sprache rausrücken. Nach kurzem hin und her teilten Sie mir mit, dass der 1.FC Nürnberg sich heute Nachmittag bei Ihnen gemeldet hätte und ich mir überlegen sollte nach Nürnberg zu wechseln. Es gab natürlich nichts zu überlegen und in der Rückrunde spielte ich nicht mehr für die Schweinfurter, sondern für den Club. Alle die denken, dass ich zu der Zeit schon für Geld spielte, irren sich gewaltig. Der 1. FC Nürnberg zahlte mir meine Zugfahrkarte sonst nichts. Es war eine schöne aber auch sehr stressige Zeit. Während alle meine Kumpels sich in der Disco oder in Kneipen vergnügten, saß ich im Zug nach Nürnberg, trainierte oder spielte. Aber wie gesagt, ich war voll in meinem Element, vermisste nichts und hatte die volle Unterstützung meiner Eltern ohne die es nicht gegangen wäre.So kam dann eins zum anderen. Durch gute Leistungen ermöglichte mir mein damaliger A-Jugend-Trainer Dieter "Yogi" Lieberwirth, dass ich ab und zu mal bei den Profis mittrainieren durfte. Als dann auch noch Willi Entenmann die Profis des Clubs übernahm und ich einen ersten Amateurvertrag unterschrieb hatte ich den ersten Schritt geschafft.

Ich kann nicht behaupten, dass ich schon immer das Ziel hatte Profi zu werden, oder dass irgendetwas geplant war. Ein simpler Schulwechsel war bei mir der Ausschlag für meinen Werdegang. Ich hatte auch nicht den Traum oder den Wunsch, da ich nie daran gedacht habe es zu schaffen. Vielleicht entdeckt der eine oder andere ja ein paar Parallelen, oder kann ein paar Hinweise für sich finden, die ihm weiterhelfen. Ich wünsche auf jeden Fall allen, die das Ziel Profisportler haben alles Gute und gutes Gelingen.

Eurer Christian Wück

 

 

 

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